Flattr – ich zahle nur, wenn’s mir gefällt!

Vor einiger Zeit habe ich in einem Twitter-Post mal etwas von „flattern“ gelesen. Ich gebe zu, ich habe den Witz dabei nicht kapiert, habe es unter neumodische Jugendsprache und „ich werde alt“ abgetan und mir nichts weiter dabei gedacht. Einige Zeit später wurde ich Zeuge eines (schriftlichen) Dialogs, in welchem Person A der Person B mitteilte, dass er mehrfach geflattert wurde, und ob er dies mitbekommen hätte? Nun ja, ich habe angefangen, mich sehr zu wundern und wurde neugierig. Ergebnis meiner Recherche: ich flattere ab jetzt auch!

Worum geht es?

Es war bereits häufiger mal im Gespräch, ob Internetnutzer nicht alles kostenlos bekommen sollten (drastisch formuliert) und nur für das, was sie mögen, auch zahlen. Ein Grund für solche Diskussionen war unter anderem das Filesharing und illegale Streamingangebote – aktuelle Blockbuster inklusive. Nach dem Donate-Prinzip versucht Flattr nun, einen weiteren Schritt in diese Richtung zu gehen und bietet den Nutzern an, Dinge, die sie mögen, einfach und mit kleinen Beträgen zu bezahlen.

Screenshot Webseite Flattr.com
flattr.com

Wie funktioniert es?

Zunächst einmal benötigt man einen Account auf flattr.com. Dieser Account ist vergleichbar mit einem Girokonto. Ihr könnt also Geld darauf einzahlen, es ausgeben und auch welches eingezahlt bekommen. Gehen wir nun mal davon aus, dass ihr am Anfang eines Monats 2€ auf dieses Konto einzahlt. Innerhalb dieses Monats besucht ihr verschiedene Blogs, seht euch Comics oder Videos an, lest Tutorials und so weiter. Das Alles wird euch kostenlos angeboten (meistens jedenfalls). Hat euch eines dieser Angebote sehr zugesagt oder war besonders hilfreich, dann könnt ihr den Artikel/Blog/Künstler/… flattern. Oft reicht dazu ein Klick auf einen entsprechend eingebundenen Button (siehe Bild unten). Das macht ihr im besagten Monat genau 5 Mal. Am Ende des Monats wird geprüft, wen du alles geflattert hast und der eingezahlte Betrag durch die Anzahl geteilt – hier also: 2€ / 5 = 0,4€. Jeder der von dir Begünstigten erhält also 0,4€. Zahlst du mehr ein oder flatterst weniger, steigt die Summe pro Person. Weniger kann es natürlich auch werden. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass 10% vom eingezahlten Geld bei flattr verbleiben, denn irgendwie wollen die Betreiber ja auch was davon haben.

Neue Flattr-Buttons (Stand: Juli 2011), Quelle: http://blog.flattr.net/
Flattr-Buttons (http://blog.flattr.net/, Juli 2011)

Wie kann ich geflattert werden?

Eines vorweg: es hat noch keinen Flattr-Millionär gegeben. Oftmals gehen nur Cent-Beträge über den Tisch. Wer es jedoch probieren will, muss sich ebenfalls einen Account bei flattr.com anlegen und dort seine Seite (oder was man eben anbietet) registrieren. Theoretisch reicht das schon aus. Bei einer Webseite sollte aber auf jeden Fall ein entsprechende Button (ähnlich wie bei Facebooks „Like“) eingebunden werden, das macht es einfacher. Das eingenommene Geld kann dann ab 10€ ausgezahlt werden (z.B. über Paypal) oder man gibt es durch flattern wieder aus.

Vor- und Nachteile

Natürlich gibt es auch hier wieder Vor- und Nachteile. Wie bereits erwähnt, gehen hier nur kleine Beträge über den Tisch, was bedeutet, dass der begeisterte Vogelkundler mit seinen unregelmäßigen Sachberichten über das Nestbauverhalten des heimischen Baumpiepers unter Berücksichtigung des klimatischen Wandels nur gering davon profitieren wird. Hat ein Blog oder Künstler schon eine Fangemeinde, so stehen die Chancen deutlich besser. Für unbekannte, aber talentierte Personen ist es jedoch eine Möglichkeit, sich wenigstens ein kleines Zubrot zu verdienen – und wenn es nur die Serverkosten sind, die zu einem gewissen Teil gedeckt werden. Auf jeden Fall kann mit diesem System auf Qualität hingewiesen werden, denn im Gegensatz zu „Gefällt mir“ kostet dieser Klick ein bisschen was, weshalb sich viele genau überlegen, wann sie flattern und wann nicht. Einen großen Kritikpunkt sehe ich jedoch bisher bei den möglichen Betrugsversuchen. Bei Facebook gab (gibt?) es die Masche, dass es versteckt auf einem scheinbar leeren Bereich der Seite den „Gefällt mir“-Button gab, welcher vom Nutzer unwissentlich betätigt wurde. Zwar weiß ich nicht, inwieweit so etwas bei Flattr möglich ist, die Aussichten, sich so auf einfache Weise zu bereichern muss aber verlockend sein.

Übersicht Ein- und Ausgaben bei flattr
Übersicht Ein- und Ausgaben bei flattr

Und nun?

Wie eingangs erwähnt: ich flattere jetzt auch. Speziell hilfreiche oder gut gemachte und unterhaltsame Angebote werde ich in Zukunft „fördern“. Und natürlich biete auch ich einen entsprechenden Button auf dieser Seite an, wie ihr unterhalb des Beitrags sehen könnt. Alles Weitere, was ihr wissen müsst, findet ihr auf flattr.com oder einem guten Blog eurer Wahl!

Wichtig

Ich weiß, die Zahl der Opera-Nutzer ist gering, aber ich weise trotzdem darauf hin, dass Opera zumindest bei WordPress und/oder dem entsprechenden flattr-Plugin keinen flattr-Button anzeigt – auch beim offiziellen flattr-Blog nicht! Ich denke, dass der Internet-Explorer, Firefox (getestet) und Chrome keine Probleme machen.

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